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05.11.2026

Positionspapier zum Verteilernetzpaket, Netze effizienter nutzen: Optimierung, Digitalisierung und Flexibilität als Grundlage moderner Verteilnetze

Das Wichtigste in Kürze
Der beschleunigte Ausbau und die effizientere Nutzung der Stromverteilnetze sind zentrale Voraussetzungen für das Gelingen der Energiewende. Mit dem fortschreitenden Ausbau der erneuerbaren Energien, der Elektrifizierung weiterer Verbrauchsbereiche und dem steigenden Bedarf an Netzanschlüssen wachsen die Anforderungen an die Verteilnetze. Das Hauptstadtbüro Bioenergie (HBB) unterstützt daher das Ziel, den Netzausbau zu beschleunigen, bestehende Hemmnisse abzubauen und die verfügbaren Netzkapazitäten effizienter zu nutzen.
Dabei müssen die regulatorischen Rahmenbedingungen den unterschiedlichen technischen Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten der Netznutzer Rechnung tragen. Neben dem notwendigen Ausbau der Netzinfrastruktur gilt es, vorhandene Kapazitäten besser auszulasten, Flexibilität systematisch zu erschließen und Netzanschlüsse auch dann zu ermöglichen, wenn die verfügbaren Kapazitäten zeitlich variieren. Ein effizienter Umgang mit Netzkapazitäten kann dazu beitragen, zusätzliche Erzeugungs- und Verbrauchskapazitäten schneller zu integrieren und den erforderlichen Netzausbau gezielter zu gestalten.
Aus Sicht des HBB kommt es insbesondere auf drei Handlungsfelder an:


Flexible Netzanschlussvereinbarungen stärken:
Netzbetreiber sollten verpflichtet werden, dynamische Netzanschlussmodelle anzubieten, die sich an der tatsächlichen Netzauslastung orientieren und die Nutzung verfügbarer Netzkapazitäten ermöglichen. Dabei müssen die unterschiedlichen technischen Eigenschaften und Flexibilitätspotenziale der angeschlossenen Anlagen berücksichtigt werden. Hierfür ist eine Anpassung des § 8a EEG erforderlich.


Netzplanung an Effizienz und Flexibilität ausrichten:
Das NOXVA-Prinzip (Netzoptimierung vor Flexibilisierung vor Verstärkung vor Ausbau) sollte verbindlich in der Netzplanung verankert werden. Dazu gehört, Optimierungspotenziale konsequent auszuschöpfen, Flexibilitätsoptionen einzubeziehen und die Spitzenkappung als Instrument der Netzplanung systematisch zu prüfen. Der notwendige Netzausbau bleibt dabei unverzichtbar.


Regionale Stromversorgung erleichtern:
Die direkte Belieferung regionaler Abnehmer mit erneuerbarem Strom sollte durch eine Anpassung des § 3 Nr. 16 EEG vereinfacht werden. Die Streichung des Kriteriums der „unmittelbaren räumlichen Nähe“ kann neue Vermarktungsmöglichkeiten schaffen und die Verbindung von regionaler Erzeugung und lokalem Verbrauch stärken.


Die Anforderungen an ein zukunftsfähiges Verteilnetz betreffen sämtliche Erzeugungstechnologien, Verbraucher und weitere Netznutzer. Entscheidend ist deshalb eine regulatorische Ausgestaltung, die unterschiedliche technische Möglichkeiten berücksichtigt und Flexibilität dort nutzbar macht, wo sie einen Beitrag zur effizienten Netznutzung leisten kann. Dazu gehören ausdrücklich auch flexible Bioenergieanlagen, die ihre Stromerzeugung bedarfsgerecht steuern und insbesondere bei geringer Wind- und Solarstromerzeugung einen wichtigen Beitrag zur Deckung der Residuallast und zur Versorgungssicherheit leisten können.