Stellungnahme zu den Entwürfen für Szenariorahmen für die Netzentwicklungspläne Strom und Gas/Wasserstoff
Zum Entwurf eines Szenariorahmens für den Netzentwicklungsplan Gas/Wasserstoff
Wir begrüßen, dass die noch im letzten Netzentwicklungsplan angenommene Verengung auf eine Defossilisierung der deutschen Gasversorgung durch Wasserstoff aufgegeben und ein breiteres Lösungsspektrum untersucht wurde, dass auch die Nutzung von Biomethan einschließt. Die regulatorischen Entwicklungen haben eine solche Anpassung überfällig gemacht.
Jedoch sehen wir die Rolle von erneuerbarem Methan aus mehreren Gründen weiterhin als systematisch unterschätzt an. So liegt selbst im Szenario 3 die Nutzung von Biomethan bei nur 67 TWh. Dabei geht der Fachverband Biogas e.V. davon aus, dass in Deutschland langfristig 244 TWh erneuerbares Methan durch Biogasaufbereitungsanlagen zur Einspeisung ins Gasnetz produziert werden können (134 TWh Biomethan zzgl. 110 TWh synthetisches Methan mit biogenem CO2 aus der Biogasaufbereitung; siehe Anhang).
Zudem wurde – anders als bei Wasserstoff – keine eigenständige Abfrage zu zukünftigen Biomethanbedarfen oder Biomethaneinspeisungen vorgenommen. Nach unserer Einschätzung hätte das bestehende Abfrageportal ohne größeren Aufwand entsprechend erweitert werden können. Dadurch fehlt eine wichtige Datengrundlage für die realistische Einschätzung zukünftiger Biomethanmengen im Gasnetz. Somit entsteht ein strukturelles Bias zwischen Wasserstoff und erneuerbarem Methan. Dies sollte unserer Einschätzung nach in einem gleichen Umfang wie im Bereich Wasserstoff und Methan stattfinden.