Realitätscheck fehlgeschlagen: Entwurf des Netzentwicklungsplans ignoriert erneut Rolle der Bioenergie
Berlin, 14.01.2026: Morgen endet Stellungnahmefrist zum Entwurf des Netzentwicklungsplans (NEP). Die Bioenergie droht weiterhin aus der Netzplanung herauszufallen – trotz geänderter energiepolitischer Lage.
„Dass die Netzbetreiber der Bioenergie im Stromsektor keine große Zukunft zugestehen, ist mit Blick auf die vergangen Netzentwicklungspläne hinlänglich bekannt. Doch dass selbst nach regulatorischen Neuausrichtung beispielsweise im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) an der bisherigen „Copy-&-Paste-Strategie“ festgehalten wird, zeigt, wie weit sich die Netzplanung bereits von der Realität entfernt hat“, argumentiert Sandra Rostek, Leiterin des Hauptstadtbüro Bioenergie (HBB).
Laut der im HBB vertretenen Verbänden hat allein das Biomassepaket 1.0 das Potenzial, tausenden Anlagen eine langfristige Perspektive im Stromsektor zu eröffnen. Darüber hinaus seien moderne Biogasanlagen durchaus in der Lage in der Kraftwerkstrategie wettbewerbsfähige Gebote einzureichen - sofern ihre grüne Eigenschaft berücksichtigt würde. Nicht zuletzt müsse man die Kommunale Wärmeplanung im Blick behalten: sowohl bestehende Wärmenetze als auch jene, die noch in Planung sind, werden auch noch weit über 2045 hinaus Wärme und eben auch Strom aus der Kraft-Wärme-Kopplung von Holzenergie sowie Biogas und Biomethan liefern.
„Diesen eklatanten Missstand müssen die Entscheidungsträger im Wirtschaftsministerium sowie im Parlament in die Bewertung des Netzentwicklungsplans mit einbeziehen, wenn sie kluge und durchdachte Entscheidungen für unser zukünftiges Energiesystem treffen wollen,“ schließt Rostek.
Eine ausführliche Stellungnahme der HBB-Verbände ist auf der Webseite zu finden.